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29.12.2016

Zukunftsforscher Janszky: "2017 wird ein gutes Jahr! Aber ich habe Angst vor der Ahnungslosigkeit der Politik!"

Sven Gábor Jánszky: 2017 wird ein gutes Jahr!

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Einer der bekanntesten Zukunftsforscher Deutschlands und Chairman des 2b AHEAD ThinkTanks, Sven Gábor Jánszky, hat eine optimistische Prognose zum Jahreswechsel abgegeben. In einem Interview zu den größten Trends des kommenden Jahres erläutert der Zukunftsforscher die Chancen und Herausforderungen, die in den kommenden 12 Monaten vor uns stehen. 

 

Frage: Viele von uns haben das Jahr 2016 als Chaos-Jahr empfunden: Terror, Brexit, Trump-Wahlen ... Wird es 2017 genauso weitergehen?

 

Sven Gabor Janszky: Ehrlich gesagt habe ich 2016 nicht als Chaos-Jahr empfunden. In Deutschland gibt es weniger Arbeitslose, der DAX geht von einem Höchststand zum nächsten, die Unternehmen verdienen sehr viel Geld, die Menschen verdienen und konsumieren mehr und wir haben die Flüchtlingskrise in den Griff bekommen. Uns geht es wirklich besser als vor 12 Monaten.

 

Allerdings wird unsere Wahrnehmung von einer Reihe von Ereignissen in der Welt dominiert, die für viele unerwartet waren. Dass viele Menschen davon überrascht sind, ist klar. Aber als Chaos kann das nur jemand empfinden, der Veränderungen fürchtet.

 

Ich selbst freue mich auf Veränderungen, denn sie bieten immer eine Chance zum Besseren. Mich hat 2016 eigentlich nichts überrascht. Und so wird es auch 2017 sein: Alle unter uns, die offen für Veränderungen sind, werden das Jahr 2017 als ein sehr gutes Jahr erleben. Jene die den Stillstand lieben, werden das eine oder andere Mal wieder überrascht sein.

  

 

Frage: Was ist der wichtigste Trend für Deutschland im Jahr 2017?

 

Sven Gabor Janszky: Es ist die digitale Spaltung unserer Gesellschaft. Weil wir 2017 eine Bundestagswahl haben und das ganze Jahr vom Wahlkampf geprägt wird, werden wir diese digitale Spaltung überdeutlich erleben. Der Grund ist einfach zu erklären: Wir leben in einer Zeit, in der sich die Zukunftsbilder der verschiedenen Teile der Gesellschaft radikal unterscheiden.

 

Die jungen Menschen in den Großstädten stellen sich ihre Zukunft als positives Ergebnis einer rasenden, technologischen Veränderung vor. Sie nutzen intelligente, digitale Assistenten, leben gesünder und länger, sind höchstgebildet, sind gefragte Arbeitskräfte, verdienen viel Geld und leben ihr Leben als Patchwork immer neuer Möglichkeiten und Herausforderungen. Dieses Zukunftsbild entsteht auf Grundlage der exponentiellen Geschwindigkeit der digitalen Entwicklung.

 

Zugleich gibt es Menschen, vor allem ältere Menschen außerhalb der Großstädte, die diese rasante Entwicklungsgeschwindigkeit nicht kennen oder nicht kennen wollen. Sie prognostizieren ihr eigenes Zukunftsbild auf Basis des Stillstandes und der Vergangenheit. Ihr Motto ist das von Donald Trump: "Make us great again!".

 

Wir haben also in der Gesellschaft schon heute zwei Zukunftsbilder, die sich diametral unterscheiden. Und wir haben eine Situation, dass die Menschen hinter den beiden Zukunftsbildern nicht mehr miteinander reden. Denn sie reden durch Facebook, Twitter & Co. nur noch in ihren eigenen Kreisen, in ihren "filter bubbles". Leider bauen Politik und Medien derzeit keine Brücken mehr zwischen den beiden Welten.

 

Bei Abstimmungen und Wahlen prallen dann plötzlich diese Zukunftsbilder frontal aufeinander. Da merken die Menschen dann, dass es auch die anderen gibt, von denen sie bisher keine Ahnung hatten. Genau dieses Phänomen hat zum Brexit geführt, zur Trump-Wahl, zum Rücktritt von Renzi in Italien, zur unversöhnlichen Kampagne um die Präsidentenwahl in Österreich.

 

Und im Bundestagswahljahr 2017 werden wir exakt dieses Phänomen in Deutschland haben. Das größte Thema des Jahres wird sein, wie wir diese beiden Zukunftsbilder und Gruppen zusammen bekommen und Brücken bauen, um gemeinsam von derselben Zukunft dieses Landes zu reden. Dies wird unser Land im kommenden Jahr prägen.

 

 

Frage: Das klingt nach gesellschaftlichem Zwist. Warum halten Sie das dennoch für ein gutes Jahr?

 

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