Menu
12.06.2018

„Quantencomputer lassen sich nicht mit den Gehirnen von Informatikern fassen!“

Ein Blick in die Werkstatt: Arbeitssession des Branchen-ThinkTanks „Rethink IT“ bei 2b AHEAD in Leipzig. 2b AHEAD hat mit „Rethink IT“ den vierten einer ganzen Reihe von branchenspezifischen ThinkTanks ins Leben gerufen. Zur Konstitution dieser Denkfabrik sind Vordenker der Branche, Business-IT-Experten und Gründer von Blockchain-Startups zusammengekommen. Sie werden kontinuierlich an zentralen Zukunftsperspektiven der IT arbeiten.

 

CEO Jan Berger eröffnete die Session mit dem Commitment, diese ThinkTanks als dauerhafte Institutionen der Thought Leaders einer Branche zu etablieren. Deren Arbeit soll die Zukunft dieser Branchen gestalten und wird von 2b AHEAD wissenschaftlich kuratiert und begleitet werden. Kernfragen der aktuellen Arbeitssession: Welche Rolle wird IT in Unternehmen der Zukunft einnehmen und mit welchen Kompetenzen? Wie werden wir die Mensch-Maschine-Interaktion gestalten und wie sichere Kommunikation gewährleisten? Ort des Geschehens: Unser Office in der Leipziger Spinnerei.

 

Ein Ausgangspunkt: Wie ist die Interaktion in Unternehmen der Zukunft? Daraus entwickelt sich in der Spinnerei in kürzester Zeit eine Diskussion zu der Frage: „Wer macht eigentlich in Zukunft in Unternehmen die IT?“ Der Reflex der meisten Teilnehmer: Die Informatiker selbstverständlich. Karsten Noack, Gründer und Geschäftsführer von Scopeland Technology spitzt in seinem Impuls hingegen zu: Alle Unternehmen werden in Zukunft IT-Unternehmen werden. Es gibt nichts, was man nicht automatisieren kann. Entsprechend folgert er: „Nein, alles wird IT sein!“ Frank Fischer, Senior Consultant bei 2b AHEAD mit einer langen Historie bei Google, Microsoft und anderen IT-Konzernen, dreht die Aussage noch weiter. Er fordert den ThinkTank mit seiner Perspektive auf die Leistungsfähigkeit von Quantencomputern heraus. Das Problem: Diese Computer benötigen eine völlig andere Denkweise bei Entwicklung und Anwendung: „Quantencomputer lassen sich nicht mit den Gehirnen von Informatikern fassen!“

 

Karsten Noack von Scopeland ist ein expliziter Verfechter von Low-Code, automatisch oder nahezu automatisch erzeugtem Programmcode. Software entsteht durch die Kombination bekannter Elemente, eher zusammengestellt als geschrieben. In seiner Zukunftsperspektive werden Citizen Developer – also Mitarbeiter mit Programmierkenntnissen, aber ohne Informatikstudium – die größten Treiber in Unternehmen sein. Diese werden, so seine Prognose, vorrangig Mitarbeiter von Fachabteilungen sein und weniger Informatikspezialisten aus dem IT-Department. Ein Treiber: Die Fachabteilungen wollen Ihre Ideen für eine Anwendungssoftware sofort umsetzen, ohne auf einen Spezialisten warten zu müssen. Und damit wieder: Was wird die Rolle von IT im Unternehmen der Zukunft sein? Unterstützung wohl in jedem Fall, aber reicht das – aus Unternehmensperspektive? Aus IT-Perspektive? Aus Sicht der Fachabteilungen? Bleibt am Ende der CIO die einzige IT-Fachkraft?

 

Jens Dissmann, lange Leiter der Commercial Surface Lead bei Microsoft Germany, dreht die Aussicht in seinem Impuls noch eine Stufe weiter: „In 10 bis 20 Jahren wird es keine klassische IT mehr geben, das wird eine Künstliche Intelligenz übernehmen.“ Jede Diskussion darüber, wie sich IT dieser Entwicklung sperren könnte, sei im Grunde vergebens. Diese Energie sei an anderer Stelle besser eingesetzt. Dissmann fordert explizit dazu auf, den Fokus auf die Entwicklung des gesamten Unternehmens zu legen, auch strategisch: „Unternehmen benötigen keine Digitalstrategie, sondern eine Strategie für die digitale Welt.“

 

Dies stellt sich als das zweite große Feld der Diskussion heraus: Wie kommunizieren Menschen in Zukunft mit Maschinen, genauer: mit IT im Business-Umfeld? Dies ist längst mehr als reine klassische Business-IT. Eberhard Kurz, langjähriger CIO der Deutschen Bahn, reflektiert: „Die gewohnten Eingabegeräte wie Tastatur und Maus werden aus dem Arbeitsalltag verschwinden. Unterstützt durch Augmented und Virtual Reality werden Gesten und Sprache als Steuerungsmittel diese Hardware ersetzen und flächendeckend Arbeitswelten und Unternehmensprozesse verändern.“ Jens Dissmann verweist auf die Möglichkeit, Gedanken zur Steuerung von Geräten einzusetzen. „Dies ist bereits in der Praxis, wenn auch zunächst nur rudimentär, schon möglich“, ergänzt er mit Verweis auf das Emotiv-Headset von Tan Lee, die 2b AHEAD für diese Technologie schon vor sieben Jahren mit einem Award ausgezeichnet hatte. „Auch Sprachsteuerung ist schon nur noch eine Lösung auf Zeit.“

 

Eine zukunftssichere Rolle von IT scheint bei der Diskussion der Kryptographie auf: Die Ermöglichung sicherer Kommunikation. Spätestens Quantencomputer werden, daran lässt Frank Fischer keinen Zweifel, herkömmliche Verschlüsselungsverfahren regelrecht pulverisieren. Immer längere, immer komplexere Schlüssel fallen selbst für mittelstarke Quantencomputer in den Bereich der Fingerübung. Auch Blockchain bietet hier keinen Schutz. Es braucht neue Logiken, machbar, aber eben anders. Eine aussichtsreiche neue Rolle für IT könnte so die des Kommunikationsermöglichers ein.

 

Inzwischen sind die Teilnehmer des ThinkTanks tief in der Diskussion konkreter Fragestellungen der Teilnehmer vertieft, um binnen eines weiteren Tages umsetzungsfähige Lösungen zu erarbeiten. Yasmin Krause, Kuratorin des 2b AHEAD ThinkTank-Universums, erläutert: „2b AHEAD wird im nächsten Schritt die in den Arbeitssessions erarbeiteten Prognosen und Strategien in den kommenden Monaten durch Studienprojekte und Trendanalysen validieren. Neben „Rethink Retail“, „A World Beyond HR“, „Rethink Finance & Banking“ und „Rethink IT“, die im Herbst zu ihren nächsten Arbeits-Sessions zusammentreffen werden, fügen wir weitere Denkfabriken hinzu, in denen wissenschaftliche Zukunftsforschung und Branchenvordenker in einem Füreinander Strategien für Unternehmen im Wandel entwerfen werden.“

 

Sichern Sie sich jetzt schon Ihr Ticket für den ThinkTank Rethink IT im Herbst am 24. & 25. Oktober 2018 

 

 

 

Ticket sichern

 

 

 

Nach oben

Diese Seite verwendet Cookies. Mit Nutzung dieser Seite erklären sie sich damit einverstanden. Weitere Hinweise finden sie in der Datenschutzerklärung.

OK